Meditationsanleitung

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Eine gute Meditationsanleitung ist unersetzlich, wenn Du Meditation erlernen willst. Im Folgenden findest Du eine Anleitung zum Meditieren, welche Dir in Deiner alltäglichen Meditationspraxis behilflich sein wird. Diese Anleitung wurde bewusst kurz und knapp gehalten, um Dir das Wesentliche zu vermitteln, und wird somit nicht so ausführlich, wie in einem Meditationskurs sein.

Richte Deinen Meditationsplatz ein

Hierfür ist eine Zimmerecke vollkommen ausreichend. Stelle frische Blumen auf Deinen Meditationsplatz, und zünde Kerzen und Räucherstäbchen an. Verwende ein Meditationskissen oder einen Meditationshocker zum Sitzen – was auch immer für Dich angenehmer ist. Auf einem Stuhl kann man ebenso gut meditieren.

Ein guter Meditationsplatz ist ein ruhiges Plätzchen, das wenig Ablenkung bietet und das Dir gefällt. Halte ihn sauber und rein, und vergesse nicht, dass er Deine spirituelle Tankstelle ist. Falls Du ein Foto eines Meditationsmeisters hast, zudem Du Dich hingezogen fühlst, stelle es auf Deinen Meditationsschrein und meditiere auf ihn.

Setz Dich aufrecht hin

Setz Dich auf Deinen Meditationsplatz, mach es Dir bequem, halte Deine Augen halb offen und halb geschlossen und atme natürlich und entspannt. Dein Rücken sollte gerade und aufrecht sein, unabhängig davon, ob Du am Boden im Lotussitz oder auf einem Stuhl sitzt. Wenn Dein Rücken gerade und aufrecht ist, dann kann die Energie entlang Deiner Wirbelsäule frei fließen. Lege Deine Hände in den Schoß oder falte sie vor Deinem spirituellen Herzen – was auch immer für Dich angenehmer ist.

Der Lotussitz ist nicht erforderlich

Meditation ist ein Zustand der inneren Freude und hängt nicht davon ab, ob Du im Lotussitz, auf einem Meditationshocker oder auf einem Stuhl sitzt. Während der Meditation musst Du immer versuchen, noch vom Anfang an, Deine innere Freude zum Vorschein zu bringen und ständig in Deinem Herzen zu sein.

Atme ruhig, tief und entspannt

Nun konzentriere Dich auf Deinen Atem. Lass ihn mühelos hinein- und hinausströmen, ohne ihn steuern oder kontrollieren zu wollen. Wie fühlt es sich an, wenn er durch die Nase und den Kehlkopf in die Lunge hinein- und wieder hinausströmt. Was empfindest Du dabei? Lenke Deine ganze Aufmerksamkeit darauf und versuche es äußerst intensiv zu erleben.

Beim Meditieren benutzen wir unseren Atem als Anker, um im Hier und Jetzt zu sein. Je intensiver Du fühlen kannst, wie Dein Atem hinein und hinausströmt, umso einfacher wird es für Dich sein, im Hier und Jetzt zu leben. Hier findest Du weitere Anleitungen für Atemübungen.

Stoppe Deine Gedanken

Hast Du je versucht gedankenlos zu sein? Wenn ja, dann weißt Du, wie schwierig das sein kann. Aber mach Dir keine Sorgen. Es gibt ein Hilfsmittel, dass „Gefühle“ heißt und das Ganze kinderleicht macht. Das entscheidende ist dabei, dass Du versuchst, sehr intensiv zu fühlen, was in diesem Moment geschieht.

Nehmen wir als Beispiel unser Atem. Wenn Du Deinem Atem keine Achtsamkeit schenkst, dann strömt er mechanisch weiter hinaus und hinein, und Du wirst mit Deinen Gedanken irgendwo in dieser Welt sein.

Wenn Du Dich gezielt auf Deinen Atem konzentrierst, dann bist Du zuerst gedanklich dabei, aber ziemlich schnell schweifen Deine Gedanken wieder ab.

Setzt Du jedoch Deine Gefühle ein und versuchst intensiv zu fühlen, wie Dein Atem hinein- und hinausströmt, dann wird sich Dein Verstand mit Deinen Gefühlen beschäftigen, und Du wirst für eine längere Zeit im Hier und Jetzt sein.

Willst Du die Gedankenlosigkeit erleben und gedankenlos sein, dann gehe aus Deinem Verstand heraus und trete in Dein Herz hinein.

Sei ein Kind – Bleibe in Deinem Herzen

Wenn immer Du meditierst, fülle, dass Du ein fünfjähriges Kind bist. Bei einem fünfjährigen Kind ist der Verstand noch nicht vollständig entwickelt, und das Kind lebt noch im Herzen. Je älter das Kind wird, umso mehr entwickelt sich sein Verstand, und das Kind beginnt mehr und mehr auf der intellektuellen Ebene zu arbeiten. Doch davor lebte das Kind völlig im Herzen.

Wenn Du während der Meditation in Deinem Herzen bleiben kannst, wirst Du eine Art der inneren Sehnsucht zu spüren bekommen. Diese innere Sehnsucht, die „das innere Streben“ genannt wird, ist das Geheimnis der Meditation.

Meditiere 10-15 Minuten am Tag

Wenn Du ein Anfänger bist, sind 10-15 Minuten Meditation am Tag vollkommen ausreichend. Sitze nicht nur da, sondern versuche Deine Meditationszeit intensiv zu nutzen. Deine Meditation ist Deine tägliche Trainingseinheit. Beim Meditieren trainierst Du, möglichst intensiv Deine innere Freude zum Vorschein zu bringen und in Deinem spirituellen Herzen zu sein. Wenn Du beim Meditieren diese innere Freude spürst, dann weißt Du, dass Du gut meditierst.

Meditiere morgens und abends

Wenn Du Meditation praktizieren möchtest, dann solltest Du mindestens einmal am Tag meditieren. Die besten Zeiten zum Meditieren sind morgens gleich nach dem Aufstehen oder abends vor dem Schlafengehen.

Meditiere regelmäßig

Meditation ist so etwas, wie Nahrung für die Seele. Du isst dreimal am Tag, um Deinen Körper zu ernähren. Genauso solltest Du dreimal am Tag meditieren, um Deine Seele täglich zu ernähren.

Jede Meditations-Ssesion ist eine Trainingseinheit. Wenn Du regelmäßig trainierst, wirst Du gut in Form sein. Meditiere jeden Tag und wenn möglich immer zur selben Uhrzeit. Regelmäßigkeit und Disziplin sind in der Meditation von großer Bedeutung.

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Singe mantrische Lieder

Wenn Du mantrische Lieder singst, rufst Du die innere Kraft an, welche diese mantrischen Lieder besitzen, um in Dir und durch Dich zu wirken. Hier und hier findest Du mantrische Lieder zum Mitsingen oder zum Anhören. Über die Wirkung der mantrischen Lieder und was beim Mantrasingen zu beachten ist, wirst Du in unserem Meditationskurs erfahren.

Keine Eile nach der Meditation

Lass Dir nach jeder Meditations-Session Zeit. Springe nicht sofort auf und arbeite oder organisiere. Lass Dir Zeit, um die innere Nahrung zu assimilieren. Nach der Meditation kannst Du meditative Musik hören oder in spirituellen Büchern lesen.

Schließe Dich einer Meditationsgruppe an

Wir meditieren zuhause regelmäßig jeden Tag und üben uns in der Meditation. Von Zeit zu Zeit geht aber jeder Meditierende durch eine schwierige Phase, wo ihm / Ihr Inspiration und der Willen zum Meditieren fehlt. In solchen Momenten ist eine Meditationsgruppe Gold wert und wird Dir neue Inspiration und Motivation geben. Deswegen rate ich Dir, dass Du Dich einer Meditationsgruppe Deiner Wahl anschließt und Du Dich wöchentlich mit ihr zum Meditieren triffst.

Finde einen Meditationslehrer

Ein Meditationslehrer ist die größte Hilfe, die Du auf dem Weg der Meditation haben kannst. Nichts kann Dich so schnell und weit in Deiner Meditation voranbringen, wie die stille Lehre Deines Meditationslehrers. Du kannst Dich sehr glücklich schätzen, wenn Du einen Meditationslehrer hast, der fähig ist, Dich in der Stille und ohne Worte zu lehren. Welche Merkmale kennzeichnen so einen Lehrer und worauf Du achten solltest, falls Du Dich nach einem Meditationslehrer umschaust, werden wir Dir in unserem kostenlosen Meditationskurs erzählen.

In diesem kurzen Video erklärt Meditationslehrer Sri Chinmoy einem Anfänger, wie er mit dem Meditieren beginnen kann.